Sonntag, 1. November 2009

Kurzbericht vom Studientag



Heute fand unser theologischer Studientag mit Shane Claiborne und Chris Haw, sowie Judith Goppelsröder, Thorsten Riesewell, Pascal Lütt, Karsten & Rieke Hüttmann, Daniel Ehniss, Björn Wagner, Veit Claesberg, Christina Brudereck, Bettina & Simon Becker, Thomas Weißenborn und Andreas Schuss statt.
In der ersten Session erzählten Chris und Shane aus ihrer Biographie und wie sie zu ihren „Communities“ kamen und anfingen, sich gegen die gesellschaftlichen Gewohnheiten in Amerika zu wehren. So sandte Mutter Theresa Shane aus, um „sein Kalkutta“ zu finden. Und das ist der Grund, weshalb sie hier waren, sie wollten uns in Deutschland nicht sagen, wie wir zu glauben haben, sondern uns erzählen, wie sie ihr Kalkutta gefunden und gelebt haben. „Unser Kalkutta“ müssen wir selber finden. So kam Shane zu dem Schluss: „Unser Traum des Evangeliums ist es, die Straße der Ungerechtigkeit mit der Gnade Gottes neu zu pflastern.“
Chris Haw fragte, wer soll sich um die sozial Schwachen kümmern soll? Wer soll sich um die Not in der eigenen Nachbarschaft kümmern? Ich kann leider nicht, ich habe soviel Besseres zu tun. Chris und seine Frau Cathy erfuhren die Berufung Gottes und deshalb zogen sie mit ein paar Anderen in den sozial schwierigsten Stadtteil Philadelphias, um mit den Menschen dort zu leben.
Der Nachmittag begann dann mit zwölf Seminaren, die besonders den deutschen Kontext berücksichtigten. Am Nachmittag ging es weiter mit einem biblischen Überblick von Chris von der Abrahamsberufung über die Könige und Propheten Israels bis zu Jesus und die Bedeutung der Nachfolge für heute. Das Kreuz ist die Verpflichtung der Christen für Gewaltlosigkeit und den Einsatz von Gerechtigkeit. Shane beendete den Vortrag mit einigen Praxisbeispielen und der Frage: Was heißt es Kirche zu sein? Was heißt es Kirche zu leben? Es nützt nichts, so Shane, sich über unsere Kirche zu beschweren, es geht darum, die Kirche zu leben die wir uns erträumen. Von der älteren Generation lernen und mit neuem Idealismus zu beleben. Am Ende stand der Dialog, in dem sich Shane und Chris oft wiederfinden. Sie sagen: „Gott, mach doch mal was!“ Und Gott sagt: „Ich hab doch was gemacht: Dich!“ Dann gab es eine Gruppenarbeit der Teilnehmerinnen und Teilnehmer, in der versucht wurde, das Gehörte in die eigene Praxis umzusetzen. Der Tag wurde mit einer Fragerunde an die Referenten beendet.
Es war ein inspirierender und sperriger Studientag, der uns herausfordert zu überlegen, wie wir in Deutschland, in unseren Gemeinden und unserem Alltag unser Christsein so zu leben, dass wir einen Unterschied machen. Es gibt viel zu tun...

2 Kommentare:

Anonym hat gesagt…

hier eine kurze Rückmeldung von mir zu heute:

Wir kommen gerade von einem kleinen "Nachbeben" heim, haben uns gleich nach Ende der Veranstaltung mit den Teilnehmenden hier aus unseren Gebietsgemeinden an einen Tisch gesetzt und über unsere Eindrücke geredet und überlegt, wie wir das hier, in unserem Land, unserem Gebiet und den jeweiligen Orten umsetzen und für uns persönlich praktisch machen können. Der Tag hat uns auf jeden Fall sehr motiviert und alle waren sehr bereit, noch weiter darüber nachzudenken.

Das als kleine Ermutigung an euch als Veranstalter - bitte unbedingt wiederholen, unser Land braucht solche Impulse!!

Ganz liebe Grüße

Jana hat gesagt…

... und er heißt immer noch Thorsten RieWeSell! ;)